Der Geist in der Straßenlaterne

Aus Sagenhaftes Ruhrgebiet

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Die folgende moderne Sage erzählte mir ein Besucher im Herbst 1991 am Rande einer Erzählveranstaltung in Bochum:

Wieder flackerte die Straßenlaterne, fiel kurz darauf ganz aus und entbrannte nach einiger Zeit so plötzlich wie sie vorher verloschen war. Dieser merkwürdige »Wackelkontakt« ließ sich auch durch mehrfaches Auswechseln der Leuchtröhre nicht beheben. »Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu!«, sagten die Passanten und gruselten sich, wenn sie vorübergingen. Die Anwohner erklärten sich das seltsame Geschehen wie folgt:

Bei Krupp in Bochum an der Gahlenschen Straße wurde in Hochöfen während mehr als hundert Jahren »Stahl gekocht« und verarbeitet. Die Tätigkeit an und auf den Öfen war schweißtreibend, anstrengend und gefährlich.

Nicht selten fiel ein Stahlarbeiter bei der Sichtkontrolle des Mischungsverhältnisses von Koks, Eisenerz, Kalk,... oben auf dem Hochofen, betäubt durch die Gichtgase, ohnmächtig in denselben und wurde somit Teil der Bestückung. Einst wurde aus diesem »angereicherten« Stahl eine Straßenlaterne gefertigt. Kein anderer als der Geist eines auf diese Weise zu Tode gekommenen Stahlarbeiters soll in dem Leuchtmasten gehaust und ihn zum Flackern gebracht haben.

Literaturnachweis




Weitere Sagen aus Bochum.



Bochumer Sagenbuch small.jpg

Dieser Text wurde folgendem Buch von Dirk Sondermann entnommen:

Bochumer Sagenbuch.
Verlag Pomp, 2004
ISBN 978-3893550678.




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