Die weißen Jungfrauen bei Recklinghausen
Aus Sagenhaftes Ruhrgebiet
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Version vom 29. August 2010, 12:43 Uhr
In dem Bruche bei Recklinghausen, durch welches die Helbeke fließt, liegt eine Stelle, welche »auf der Junfernheide« heißt; dort hat man schon oft eine weiße Junfer gesehen, und mancher, der ihr hat aus dem Wege gehen wollen, ist in frühern Zeiten dadurch in den Sumpf geraten.
Diese Junfer soll bei ihren Lebzeiten in einem Winkel (Laden) gesessen, und häufig den Kindern zu wenig fürs Geld gegeben (to kort dän) haben; darum läßt´s ihr nun keine Ruhe im Grabe.
In Recklinghausen erzählt man von mehreren Junfern, die sich an der genannten Stelle um Mitternacht zeigen, und daß schon mancher Wanderer, der nachts durch das Bruch ging, ihren Ruf: hu – up! Hu - up! Gehört, und wem das geschehen, der ist sicher verirrt.
Anmerkung
Junfer = Jungfer bedeutet junge unverheiratete Frau. Auf der Jungfernheide fließt der Hellbach. Der Sumpf ist heute trockengelegt. Bruch bezeichnet den nahen Emscherbruch
(Wannerstr. )
Literaturnachweis
- Kuhn, 120f. (Mündlich von einem Bauern aus Recklinghausen-Hillen.)
Weitere Sagen aus Recklinghausen.
Dieser Text wurde folgendem Buch von Dirk Sondermann entnommen:
Bottrop: Henselowsky Boschmann Verlag, 2006
ISBN 3-922750-66-4.
Der Text ist urheberrechtlich geschützt. Nähere Informationen: siehe Impressum.


